Vor drei Jahren habe ich meine erste Solo-CD „blue vineyard“ veröffentlicht.
Seitdem bin ich als Solokünstler erfreulich viel herumgekommen und habe auch weiterhin als musikalischer Begleiter von Fritz Rau und seinen Memoiren „50 Jahre backstage - Erinnerungen eines Konzertveranstalters“ wertvolle Bühnenerfahrung sammeln dürfen. Mittlerweile sind wir zusammen in mehr als siebzig Städten zu Gast gewesen – in einigen dieser Städte mehrfach. Mein zuversichtliches Fazit eines fahrenden Musikanten ist: es gibt kulturelles Leben.
Ja, es gibt sie weiterhin – die Freunde der Musik, Zuhörer und Kulturschaffende, die - jenseits und unbeeindruckt von allerlei trivialen Zerstreuungsmöglichkeiten - Freude am Erleben von Musik haben und sich unbeirrbar in Kneipen, Clubs, Jazzinitiativen, Konzertsälen und ähnlichen Orten zu solchen kulturellen Gemeinschaftserlebnissen zusammenfinden. Sowohl durch das Hören der Musik als auch durch das Organisieren von Konzerten schaffen sie die Vorrausetzungen dafür, dass Musik und Kultur überhaupt stattfinden können.
Musik verbindet und schafft Gemeinschaft, kann Gefühle unmittelbar ausdrücken und ansprechen. Das ist und bleibt ihre unzweifelhafte Magie und ihre elementare Kraft, solange der Mensch hört, noch besser: hinhört.
Die Bluestitel, Boogies und Balladen dieser CD sind meine Lieblingslieder aus drei Jahren, die ich in den vergangenen drei Monaten im DSP-Studio mit Passion, vor allem aber mit den großen Ohren und viel Geduld von Dirk Stephan aufnehmen konnte. Dirk, Danke!
Die CD können Sie per email an avw@boogiebaron.de zum Preis von EUR 15,- zzgl. EUR 2,- ( EUR 4,- für EU-Ausland ) für Verpackung und Versand bestellen.
Samstag Abend, Nassauer Hof zu Wiesbaden. Aufregend: ich spiele einen Boogie, Joja Wendt kommt durch die Tür - und freut sich. Im Kurhaus ist kurz zuvor die Benefiz-Gala zugunsten der Aktion “ihnen leuchtet ein Licht” zu Ende gegangen. In der Orangerie sitzt Stefan Gwildis zwischen seinen Musikern. Die Grüße, die ich von Fritz Rau ausrichten soll, freuen ihn sichtlich und aufrichtig. Ich sammle mich und setze mich wieder ans Klavier. Die Gäste sind guter Stimmung, sie waren alle bei der Gala. A la minute ist meine Stimme am Morgen weg gewesen - ich singe mich mit Reststimme über den Kampf zum Spiel. Und nicht um Kopf und Kragen. Meine Kampfmoral wird belohnt, als ein Zwei-Meter-Mann und sein Cello sich zu mir setzen. Meine Stimme kratzt. Der Hagen nicht - er würzt, er belebt, er hört hin, er braust auf, er singt, mit seinem Cello. Ja, was tut denn das so gut!
Dann, ich habe fertig, stehe auf, ein junger Mann sagt zu mir: “ich übernehme”. Setzt sich ans Klavier und unterhält aufs Allertrefflichste die übriggebliebene kleine Schar. Mit köstlichem Musikkabarett. Sebastian Krämer. Geist, Witz und voicings. Respekt. Ihn möchte ich einen ganzen Abend lang hören, bald. Highly recommended.
Ein wirklich schöner Abend.
Zuhören ist das Gegenteil von reden. Musik will gehört werden, der Musiker will Zuhörer. Er braucht sie. Er wirbt um sie. Aber -
von guter Musik ist der Musiker selbst ergriffen. Er hört sich. Er hört sich zu. Und das hören die, die ihm zuhören. Die, die offen für die Magie der Musik sind. Großes Wort. Das Musik hören schafft Gemeinschaft und trägt über den bloßen Augenblick hinaus. “To forget about life for a while” = um sich aus den Niederungen eines anstrengenden Tages und Lebens in einen angenehmen Zustand des Sinnierens und Träumens mitnehmen zu lassen - dazu setzen sich die Leute an die Bar und hören dem “piano man” zu. Jetzt mal ganz profan gesprochen.
… wird heute abend, am 27.11. um 19 Uhr auf Schloss Biebrich am Wiesbadener Rheinufer ein charity dinner veranstaltet. Der Wirtschaftsclub “Taunus Connection” hat Fritz Rau und mich dazu eingeladen. Fritz erzählt über das “making of” Tabaluga - eine höchst erfolgreiche Produktion - made in Germany. Der Erlös des Abends kommt der Tabalugastiftung zugute.
Und ich singe neben anderen Premieren von Eric Clapton und Ray Charles auch mein erstes Maffay-Lied “ich wollte nie erwachsen sein”. Stimmt.
4196 - in Worten Viertausendeinhundertsechsundneunzig - ist das Spendenergebnis des Abends in Euro ausgedrückt. Sauberle!
Good morning blues, good morning boogie woogie,
hallo, liebe Freunde handgemachter Livemusik,
frisch ist doch besser! Hier ist es - mein Internet-Tagebuch, mein Blog. Aus dem malerischen Hügelland der Rheinhessischen Schweiz, aus meinem Musikantenleben mit einem kraftvollen Grüezi hinaus in die Welt.
Übermorgen, am 16. November - im “Sherry & Port” in Wiesbaden, ab halb neun. 20.30 - Mittlerweile seit sechzehn Jahren - gegr. anno 1991 - haue ich ebendort in die Tastatur.
My good old friend and soulbrother Harry, Harald Mad Doc Guha, wird zu meiner großen Freude erneut mit hineingreifen - in Klavier und Geschehen, nicht wahr.